Dieser Fehler kostet Unternehmen, die ihre interne Kommunikation verbessern wollen, viel Geld

Seien wir mal ehrlich: Die Kommunikation innerhalb vieler Unternehmen gibt oft ein trauriges Bild ab. Zwar haben viele Firmen eine (manchmal wirklich beeindruckende) Anzahl internen Medien: Vom E-Mail-Newsletter jedes Fachbereichs oder jeder Ebene über die Mitarbeiterzeitung bis zum firmenweiten Intranet bleibt nichts unversucht. Daneben noch ständig Besprechungen, Jours fixes, Telefonkonferenzen oder Onlinemeetings. Irgendwo wird immer irgendwas kommuniziert. Man könnte meinen, dass dann doch jede*r wissen sollte, was es in eine Unternehmen zu wissen gibt, damit alle gut arbeiten können.

Und trotzdem: Hört man sich um, dann fühlen sich so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schlecht informiert. Viel zu oft heißt es „Die Informationen fließen einfach nicht.“ oder „Wir müssen das das nächste Mal besser kommunizieren.“ Gemeint ist damit leider oft nur mehr kommunizieren und nicht unbedingt besser.

Oder man glaubt, den Infofluss und die Art und Weise, wie etwas mitgeteilt wird, mithilfe technischer Lösungen verbessern zu können („Vielleicht brauchen wir doch auch so ein Social Intranet. Oder eine App!“).

Versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Fan guter technischer Lösungen, wie sie viele Social-Intranet-Anwendungen bieten. Sie können viel dazu beitragen, damit Wissen gebündelt, Erfahrungen ausgetauscht und relevante Infos schnell verfügbar sind.

Ich frage mich nur: Ist es das? Ist es das wirklich? Liegt es an den Instrumenten? 

Wieso sollten Menschen, die vorher auch schon zu wenig, zu spät, nur lückenhaft oder mit den Falschen ihr Wissen geteilt haben, sich plötzlich besser mitteilen – nur weil es ein anderes Medium dafür gibt? Ändern sich dadurch Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nicht darüber nachdenken, welche Relevanz ihre Themen, Ziele und Aufgaben für andere im Unternehmen haben? Oder die sehr gut wissen, welche Bedeutung ihr Wissen hat und es einfach nicht teilen, weil es ein wenig zu ihrer eigenen Bedeutung beiträgt? Oder die bisher schlechte Erfahrungen damit gemacht haben, ihr Wissen zu teilen?

Meiner Meinung nach gibt es genau einen Faktor, der letztlich darüber entscheidet, ob die interne Kommunikation gelingt oder nicht: die Unternehmenskultur. Nach Ed Schein meine ich damit die „Summe aller gemeinsamen, selbstverständlichen Annahmen, die eine Gruppe in ihrer Gemeinschaft erlebt hat.“ Es geht also um die vielen unausgesprochenen, aber sehr wirksamen Grundannahmen, die den Umgang der Menschen in einem Unternehmen prägen. Sind es Grundannahmen, die sich günstig auf den Informationfluss und die interne Kommunikation auswirken? Oder sind sie vielleicht hinderlich? Wenn diese Fragen nicht eindeutig und klar beantwortet werden können, halte ich es für verfrüht, in neue Tools zu investieren. Dieses Geld sollten sich Unternehmen sparen.

Um die Kommunikationskultur zu beleuchten, könnte man sich fragen:

  • Wird darüber gesprochen, wie eigentlich kommuniziert werden soll?
  • Welches Menschenbild liegt den Kommunikationsgepflogenheiten in einem Unternehmen zugrunde?
  • Welche Werte drücken sich in der Kommunikation aus?
  • Passen sie zu denen, die in Leitbildern und Imagebroschüren verkündet werden?
  • Welchen Umgang brauchen und wünschen sich die Mitarbeitenden?
  • Geht es uns eher um Dialog oder eher um Information? 

Es ist meine feste Überzeugung: Jedes Unternehmen, das ernsthaft entschlossen ist, die interne Kommunikation und damit die Effizienz, die Zufriedenheit und die Identifikation zu verbessern, sollte sich zuallererst um die Kommunikationskultur kümmern. Denn was nützen das schönste Intranet, die bunteste Mitarbeiterzeitung oder die Einladung zum Teamfrühstück, wenn die Menschen sich genauso verhalten wie zuvor? Denn letztlich sind es Menschen, die in einem Unternehmen tätig sind. Wir Menschen sind soziale Wesen, die in Beziehung zueinander stehen. Und Beziehung erfordert Kommunikation. Um deren Grundannahmen und Praktiken sollten sich Unternehmen zuerst kümmern.

Wenn du nun neugierig bist, was du selbst tun kannst, um die Kommunikationskultur in deinem Arbeitsalltag zu verbessern, empfehle ich dir für den Anfang diese Drei einfache Schritte, mit denen dir Kommunikation besser gelingt

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