Klare Worte – Sechs wirksame Mittel, die die Kommunikation erleichtern (2/3)

Da wolltest du deiner Kollegin nur schnell in einer Mail etwas mitteilen, ganz sachlich, wie du findest. Und sie empört sich über den unfreundlichen, bestimmenden Ton. Oder bei einer Besprechung fragst du beim Kollegen nach dem Stand eines Projektes und er kontert mit einer schmallippigen Erinnerung an eine Frist, die du neulich nicht einhalten konntest. Und schon ist der Raum erfüllt von Anschuldigungen, Streit, Spannungen und Konflikten.

Versteh mich nicht falsch: Konflikte dürfen sein und sollen ausgetragen werden, wenn sie nützlich sind. Es sind die unnötigen Konflikte, die wir mit guter Kommunikation und klaren Worten vermeiden können.

In Teil 1 habe ich bereits beschrieben, wie wichtig einfache und konkrete Sprache ist. Hier sind nun einige weitere Einsichten und wirksame Mittel, die uns helfen klarer zu sprechen, damit wir besser verstanden werden:

3. Bezugspunkte nennen

Ein Aspekt des konkreten Sprechens ist die Verwendung von Bezugspunkten. Persönliche, zeitliche, sachliche, räumliche und weitere Referenzpunkte tragen dazu bei, dass Aussagen im besten Sinne relativiert werden, sich also auf etwas beziehen. Sie werden dadurch keineswegs weicher oder unklarer. Vielmehr gewinnen sie Klarheit, weil wir offenlegen, worauf wir uns beziehen. Und zugleich verlieren sie dadurch ihre möglicherweise verletzende Schärfe.

Die Aussage, jemand arbeitet einfach schlecht, wirkt vollkommen anders als die Aussage: “Ich bin mit deiner Arbeitsleistung der letzten drei Monate nicht zufrieden, weil du bei drei Projekten die vereinbarten Lieferterminen nicht eingehalten hast und deine Arbeitsergebnisse zwei Mal nachgebessert werden mussten, bevor sie an den Kunden ausgeliefert werden konnten.”

Für Anerkennung gilt natürlich das gleiche. Ein Lob gewinnt für den Gelobten an Klarheit und vor allem an Wert, wenn es sich konkret auf etwas erlebbares bezieht.

4. Beschreiben statt bewerten

Wenn wir sprechen, bewerten wir im Alltag eigentlich ständig. Und bewerten heißt meistens: abwerten. Schon das konkrete Sprechen mit Bezugspunkten ist nützlich, damit wir uns eher auf Beobachtungen und deren Beschreibung konzentrieren. Noch wirkungsvoller für eine gute Kommunikation ist es, auf Bewertungen ganz zu verzichten, besonders wenn eine Situation ohnehin schon konfliktträchtig ist.

Die gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg kann dazu wertvolle Hinweise liefern. In vier Schritten wird ausgehen von einer Beobachtung über ein davon ausgelöstes Gefühl und ein eigenes Bedürfnis schließlich eine Bitte geäußert.

Ein Beispiel: “Wenn du 10 Minuten später als vereinbart zu einer Besprechung kommst, und wir auf dich warten, macht mich das ärgerlich. Ich möchte gut arbeiten und dafür brauche ich, dass wir pünktlich beginnen. Damit wir alle Themen besprechen können, die auf der Agenda stehen, bitte ich dich, dass du in Zukunft rechtzeitig kommst.”

Diese sachliche und sehr klare Art der Rückmeldung führt beim anderen zu weniger Widerständen, weil es keinen offenen Angriff und keine diffusen Zuschreibungen gibt. Alles, was gesagt wird, ist beobachtbar oder beschreibt eigene Gefühle und Bedürfnisse.

Diese Art zu sprechen, mag anfangs sehr ungewohnt sein und du brauchst das auch nicht in allen Situationen. Doch du kannst das lernen und wirst schnell merken, wie du bei Themen, die dir wirklich wichtig sind, weniger Widerstände erlebst.  (Und dass es so ungewohnt ist, zeigt letztlich doch nur, wie unsere Alltagssprache von Bewertungen und Zuschreibungen geprägt ist.)

Für Unternehmen biete ich Kommunikationstrainings an, die die Grundlagen einer gelingenden Kommunikation vermitteln und die individuellen Kommunikationskompetenzen mit praxisnahen Übungen stärken. Jetzt mehr erfahren!

Und wenn du persönlich für ein bestimmtes Thema, z.B. bei einer schwierigen Entscheidung, Unterstützung brauchst, um leichter innere Klarheit oder die richtigen Worte zu finden, schreib mir gerne. In persönlichen 1:1-Coachings entwickeln wir Lösungen für dein Thema. Und die richtigen Worten kommen dann wie von alleine.

Share on facebook
Share on xing
Share on linkedin
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on pocket
Share on email
Share on print

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.