Klare Worte – Sechs wirksame Mittel, die die Kommunikation erleichtern (1/3)

Eines der größten Mißverständisse über die Kommunikation ist der Glaube, sie sei gelungen. Das meint zumindest der Dichter Georg Bernard Shaw. Und ich glaube, er hat recht. Viel zu oft kommt beim anderen einfach nicht an, was wir eigentlich sagen wollten – obwohl es uns selbst (meistens jedenfalls) doch sonnenklar ist, was wir meinen. Oft können wir dann gar nicht begreifen, wie man uns nicht verstehen kann. Und nicht selten kommt es deshalb zum Streit oder mindestens gibt es schlechte Stimmung. In vielen Unternehmen leidet die Kommunikationskultur unter diesen Phänomenen.

Kümmere dich um deine Sprache!

Wenn wir mit anderen Menschen sprechen, führt das im Alltag oft zu Missverständnissen und Unklarheiten. Viel öfter als uns lieb ist. Und die meisten von uns suchen den Fehler beim Gegenüber: Muss sie halt genauer zuhören. Soll er halt nicht so empfindlich sein. So war das doch gar nicht gemeint. Ist doch klar, dass das so zu tun ist.

Leider ist es nun aber so, dass wir andere Menschen nicht ändern können. Wir können nicht machen, dass andere etwas anders machen. Wir können uns nur selbst ändern und unser eigenes Verhalten anpassen.

Wir sollten uns, wenn wir besser verstanden werden wollen, häufiger bewusst machen, wie wir sprechen. Denn welche Worte wir wählen, in welchem Tonfall wir sprechen und was wir über eine Sache oder unser Gegenüber wirklich denken, all das ist hörbar und zeigt sich in unserer Sprache.  Das versuche ich auch in meiner Arbeitsweise ständig zu berücksichtigen. 

Hier sind einige Einsichten und wirksame Mittel, die uns helfen klarer zu sprechen, damit wir besser verstanden werden:

1. Einfach sprechen

Einfach sprechen heißt kurze Sätze sprechen. Viele glauben, dass kurze Wortbeiträge weniger Gewicht haben und verstricken sich deshalb in weitschweifigen Ausführungen, obwohl das Wesentliche doch längst gesagt ist. Alles, was folgt, lenkt jedoch davon ab und macht es unklarer. Es schwächt anstatt zu verstärken.

Besonders in Teambesprechungen neigen wir dazu, mehr zu sprechen als nötig wäre. Dabei werden wir viel besser verstanden, wenn wir kurze klare Sätze sprechen und mit dem Wichtigsten anfangen. Die Hauptaussage sollte deshalb auch gleich zu Beginn formuliert werden, wenn die Aufmerksamkeit noch hoch ist. Wer mit einer Nebenaussage anfängt, hat die Zuhörenden vielleicht schon verloren, bis die wesentliche Mitteilung kommt. 

Und wer sich vor einem Gespräch kurz sammelt und selbst klar macht, was man unbedingt rüberbringen will, spricht anschließend viel klarer. Eigentlich selbstverständlich. Und doch erleben wir alle oft genug das Gegenteil. Jemand redet unüberlegt los, Nebensächlichkeiten werden ausgebreitet, die eigentliche Aussage bleibt verworren, keiner weiß so richtig, was aus dem Gesagten folgt und wer wann was tun soll. 

2. Konkret sprechen

Unsere Sprache ist oft sehr pauschal und ungenau. Je enger sich aber unser Sprechen an dem orientiert, was physisch erfassbar und erlebbar ist, desto eher werden wir verstanden. Wer sich konkret auf etwas bezieht, was andere auch mit ihren Sinnen erfassen können, knüpft besser an das Erleben und Denken des Gegenübers an.  

Und umgekehrt gilt leider auch: Je weniger wir uns im Konkreten bewegen, desto eher werden wir nicht verstanden. Selbst wenn wir dieselben Begriffe verwenden.

Konkret sprechen bedeutet so zu sprechen, dass wir die Ebene des Abstrakten verlassen. Wertschätzung ist beispielsweise so ein Begriff, den jeder mit eigenen und möglicherweise ganz unterschiedlichen Inhalten füllen kann. Angenommen, du wünschst dir mehr Wertschätzung. Der Satz „Ich wünsche mir mehr Wertschätzung“ ist so vage, dass deine Chefin nicht erfährt, wie sich Wertschätzung für dich konkret zeigt. Was muss sie tun, damit du deine Arbeit mehr wertgeschätzt fühlst? Sie kann raten. Sie kann vielleicht sagen, wie sich für sie selbst größere Wertschätzung zeigen würde. Aber besser ist es doch, du sagst es ihr, oder?

Eine konkrete Sprache hilft auch, im eigenen Denken konkreter zu werden.

Sie zwingt uns geradezu, konkret zu überlegen und uns über unsere Meinungen, Wünsche, Anforderungen usw. Klarheit zu verschaffen. Damit wir dann in der Lage sind, Vorschläge für konkrete Handlungen zu machen. 

Um im obigen Beispiel zu bleiben: Du könntest deiner Chefin sagen, dass du dir Antworten erwartest, wenn du eine Frage stellst. Dass du möchtest, dass deine Vorschläge diskutiert werden. Dass du gefragt wirst zu zentralen Angelegenheiten deines Bereichs. Dass du dir wünschst, dass deine Chefin bei einer Teambesprechung  deine Idee auch als deine vorstellt. Und so weiter, was auch immer der abstrakte Begriff Wertschätzung für dich konkret bedeutet.

Für Unternehmen biete ich Kommunikationstrainings an, die die Grundlagen einer gelingenden Kommunikation vermitteln und die individuellen Kommunikationskompetenzen mit praxisnahen Übungen stärken. Jetzt mehr erfahren!

Und wenn du persönlich für ein bestimmtes Thema, z.B. bei einer schwierigen Entscheidung, Unterstützung brauchst, um leichter innere Klarheit oder die richtigen Worte zu finden, schreib mir gerne. In persönlichen 1:1-Coachings entwickeln wir Lösungen für deine Thema. Und die richtigen Worten kommen dann wie von alleine.

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