Interne Kommunikation braucht gute Tools. Aber direkte Gespräche wären ein guter Anfang, um sie zu verbessern.

Warum du dringend weniger tippen solltest

Ich folge einer Menge Blogs und Fachmagazine zum Thema interne Kommunikation. Regelmäßig landen auch Konferenzprogramme und Newsletter zur unternehmensinternen Kommunikation in meinem Postfach. Wer sich die dort versammelten Themen ansieht, könnte den Eindruck gewinnen: Interne Kommunikation spielt sich vor allem auf Displays ab. Digitalisierte Kommunikation ist alles. Ohne Tools geht nix. Und das richtige Tool löst alle Probleme.

Schon lange frage ich mich: Passt das zur täglichen Arbeitswirklichkeit in der Mehrheit der Unternehmen? Stimmt das? Wird in Unternehmen vor allem und zunehmend digital kommuniziert? Und selbst wenn, wollen wir das so? Tut uns das gut? Arbeiten Menschen dann besser und zufriedener miteinander?

Interne Kommunikation braucht gute Tools, keine Frage

Ich will nicht bestreiten, dass viel Kommunikation sinnvoll über digitale Tools läuft. Intranet, Chats, Messenger – das sind hilfreiche Werkzeuge, wenn wir sie zweckgebunden und immer dann einsetzen, wenn sie uns einen echten Vorteil bieten. Aber sie stehen nur für die eine Hälfte der Geschichte. Ich glaube, dass sich Menschen heute  – allen New Work-Glitters und aller Tools und Digitalisierungstrends zum Trotz – auch in Unternehmen nach einem ziemlich sehnen: Nach echter, analoger menschlicher Kommunikation.

Umso mehr hat mich deshalb gefreut, was ich im Trendreport Interne Kommunikation 2019 gelesen habe, der vor kurzem erschienen ist. Als Trend Nummer 5 wird dort genannt: “Persönliche Kommunikation als Ausgleich zu ‘digital’”. Und genau das ist der Kern: Nur das persönliche, direkte und analoge Gespräch mit Menschen bietet uns einen Ausgleich zu allem Digitalen, das uns umgibt.

Drei Aspekte:

  • Kein Tool der Welt bietet so viel Aufmerksamkeit, so viele Sensationen auf unterschiedlichen Ebenen des Erlebens, so viel Verbindendes wie das persönliche Gespräch. Nur im direkten analogen Gespräch erleben wir uns und unser Gegenüber als ganze Menschen. Jetzt, hier, in einem ganz konkreten Kontext.
  • Nur im persönlichen Gespräch gibt es so viel Raum für unmittelbare Resonanz, für Rückfragen und für ausführliche Erklärungen. Im Gespräch kann überhaupt erst der Wunsch nach ausführlichen Erklärungen geäußert werden. Und kann sofort erfüllt werden.
  • Im Gespräch dürfen Gedanken entwickelt werden. Es darf Pausen geben. Gedanken können geschärft und Positionen verändert werden. Aussagen stehen nicht unveränderbar schwarz auf weiß da, auf Dauer dokumentiert.

Je digitaler also vieles wird, desto mehr Bedeutung gewinnt das persönliche Gespräch.

Jetzt liegt die Frage nahe, was das für Führung und für die Art unserer Zusammenarbeit bedeutet. Ich kann natürlich nicht hellsehen, aber ich vermute, dass einiges uns zunächst verzögert vorkommen wird, Kommunikation wird bei manchen Gelegenheiten wieder langsamer. Und dann werden wir bemerken, wie viel Unnötiges nicht mehr mitgeteilt wird. Und dass wirklich Wichtiges besser persönlich mitgeteilt wird – und so nicht in der Menge des momentan wichtig wirkenden untergeht. Und vielleicht können wir dadurch eine Klarheit gewinnen, die uns das Wesentliche wieder erkennen lässt. Dass es bei Kommunikation nämlich niemals nur um die Übermittlung von Informationen ging. Sondern immer auch um die Beziehungen zwischen Menschen. Und ist es nicht diese Nähe, die so viele digitale Tools versuchen zu imitieren oder zu ersetzen?

Ich bin sehr gespannt, wie sich dieser Trend entwickelt und welche nützlichen Nebenwirkungen er haben wird. Zeigt sich dieser Trend schon bei dir im Unternehmen? Möchtest du ihn unterstützen? Nimm gerne Kontakt auf, wenn du erfahren möchtest, wie ich dich dabei unterstützen kann.

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