Workshop-Methoden für Introvertierte – und für die anderen auch

In Workshops eine gute Arbeitsatmosphäre zu gestalten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Oft treffe ich hier das erste Mal auf eine Gruppe. Und so wie mir geht es auch vielen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nicht immer kennen sich alle bereits. Und selbst wenn: Manche Menschen blühen in der Gruppe erst so richtig auf, andere dagegen fühlen sich eher unwohl. Für sie sind die Vorstellungsrunden und Kennenlernspiele, die am Anfang vieler Workshops stehen, ein Graus. 

Mit ausgedehnter Arbeit in großen Gruppen, dem Präsentieren von Ergebnissen, Diskussionen im Plenum oder offensiven Feedbackrunden kann man die Stillen, die Schüchternen, die Introvertierten und die Hochsensiblen leicht verschrecken. 

Dabei lohnt es sich, gerade sie bei der Planung und Gestaltung eines Workshops mitzudenken. Zu leicht gehen ihre wertvollen Beiträge der Gruppe sonst verloren. (Mehr zu den Führungsstärken von introvertierten Menschen habe ich hier geschrieben.) Und wer bei der Konzeption eines Workshops auch an die Introvertierten denkt, tut damit auch den anderen etwas Gutes. 

Einen Leitfaden mit mehr als 50 Tipps und Methoden für introvert-friendly Workshops haben Hannah und das Team der Online-Agentur allcodesarebeautiful erstellt. Ich freue mich, dass ich dazu auch etwas beitragen konnte.

Für mich stehen bei der Konzeption und Durchführung von Workshops vor allem drei Prinzipien im Vordergrund, die auch meine Arbeitsweise kennzeichnen:

  • Partizipation als Angebot: Während des Workshops und bereits bei der Auftragsklärung versuche ich, ganz unterschiedliche Perspektiven aufzugreifen. Nicht nur das am lautesten vorgebrachte Anliegen soll dran kommen. Auch die leiseren sollen gehört werden. Denn jede und jeder in einer Gruppe soll möglichst viel aus dem Workshop mitnehmen und so sind alle eingeladen mitzuwirken und den Workshop mitzugestalten. Meine Aufgabe ist es einen Rahmen zu schaffen, in dem das möglich ist.  
  • Unbedingte Freiwilligkeit: Jede Frage an die Teilnehmenden, jede Präsentation einer Gruppenarbeit, jede Diskussion im Plenum ist eine Einladung. Niemand muss, alle dürfen. 
  • Wohlwollende Vertraulichkeit: Wer ernsthaft gemeinsam lernen möchte, gibt mitunter einiges von sich preis. Wer über Erlebnisse und  Erfahrungen spricht, spricht auch darüber, was es noch zu lernen gibt. Dabei werden manchmal auch Themen berührt, die berühren. Und das geht natürlich leichter, wenn sich alle darauf verlassen können, dass es niemand ausnutzt oder über den Kreis der Teilnehmenden hinaus verbreitet.

Ich finde, das sind Grundlagen, von denen letztlich alle Mitglieder einer Workshopgruppe profitieren, oder?

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